Senioren Union Schwaben

Jahreshauptversammlung am 25. April 2026

Referat von Prof. Dr. Dr. Markus Schick, beamteter Staatssekretär im Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat zum Thema:

„Globale Spannungen – Lebensmittelversorgung im Zeichen geopolitischer Krisen“

In seinem äußerst interessanten Vortrag gab Herr Prof. Schick einen profunden Einblick in das Denken, die Überlegungen und die Verantwortlichkeiten seiner Bundesbehörde. Mit seinem Einstieg, dass im Falle eines Großkonflikts mit Russland Deutschland das Aufmarschgebiet für rund 1,5 Millionen Natosoldaten wäre, die während des Konflikts mit Nahrung versorgt werden müssten, konzentrierte er die Gedanken der Anwesenden auf die Komplexität des Themas und skizzierte anschließend die wesentlichen Säulen für eine tragfähige Zukunftsplanung in der Ernährungssicherung in Konfliktsituationen.

Dazu zählen:

a) Permanente Unterstützung der Landwirte, um eine ausreichende Resilienz der gesamten Landwirtschaft für mögliche Notsituationen

zu erreichen in Orientierung an der Frage: Von welchen Lebensmitteln müssen wir genügend haben, um im Isolationsfall autark zu sein?

b) Notfallreserve: Die Bundesregierung hortet in Lagern, deren Verortung nicht allgemein bekannt gegeben ist, rund 820.000 Tonnen an

Getreide, Erbsen, etc. Diese werden immer wieder neu eingelagert und das bislang Gelagerte wegen der Haltbarkeit rechtzeitig in den Handel

gebracht. Prof. Schick empfahl auch eine ausreichende private Vorsorge.  Als Faustregel könnte gelten, so viel Nahrungsmittel zu Hause zu

haben, dass man mindestens zwei Wochen überleben könne. Die Bereitschaft zur Weitergabe an andere, die zu wenig haben, müsse wieder

selbstverständlich werden. Man dürfe auch das Wasser nicht vergessen, pro Person und Tag sollten zwei Liter bereit gehalten werden.

c) Lebensmittelbevorratung durch den Staat in Zusammenarbeit mit dem Handel: Es bestehen Verträge mit den großen Handelsketten mit

ihren riesigen Lagern.

d) Einschränkung des privaten Verbrauchs. Prof. Schick erinnerte an die Gasmangellage vor rund vier Jahren, als wegen des

Ukrainekrieges weniger russisches Gas nach Deutschland kam. Durch verschiedene Maßnahmen gelang eine Einsparung von 20 %. Dass

dies durch das Mitwirken der Bevölkerung erreicht werden konnte, sei bewundernswert. Man hätte eigentlich einen Feiertag ausrufen können

in Dankbarkeit, als Volk durch gemeinsames Handeln dies alles geschafft zu haben.

Dem Vortrag schlossen sich rund 30 Minuten an, in denen sich Prof. Schick den Fragen der Versammlung, insbesondere von Mitgliedern aus der Landwirtschaft, stellte.

Allgemein waren die anwesenden Mitglieder der Senioren-Union so begeistert von den Ausführungen von Prof. Schick und dem dokumentierten Tiefgang ins Thema, dass der Wunsch laut wurde, eine weitere Begegnung mit Herrn Staatssekretär Prof. Dr. Dr. Schick in ein bis zwei Jahren zu organisieren. Zur Freude aller sagte Prof. Schick zu, dass er gerne wieder einmal kommen werde.

Bezirksrätin Katja Ölberger, Vorsitzende Hildegard Mack, Prof. Dr. Dr. Markus Schick, Thorsten Freudenberger, MdL
(Bild: Johann Gutter)

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